Was unterscheidet ein Denkmalschutz Holzfenster von einem konventionellen Holzfenster?

Sie suchen einen Fensterprofi, welcher Ihren und den Ansprüchen Ihrer zuständigen Denkmalpflege gerecht werden kann? Dann helfen wir Ihnen mit diesem Artikel gerne ans Ziel.

Wenn Sie sich bereits auf die Suche nach «historischen Holzfenster», «Sprossenfenster», «Denkmalschutzfenster», «Fenster für Denkmalschutz» oder einfach nur «Holzfenster» im www gemacht haben, haben Sie bestimmt erstaunlich viele Anbieter solcher Fenster gefunden?!

Kein Wunder, denn es gibt an sich keinen geschützten Begriff für die Art von Fenster, welche Sie benötigen, wenn die Denkmalpflege Ihnen Auflagen macht.

Viele Anbieter versuchen einfach ihr Produkt zu vermarkten, ohne sich über die ganz bestimmten Anforderungen der Denkmalschutzbehörden überhaupt bewusst zu sein.

Wir möchten niemandem böse Absichten unterstellen, auf gar keinen Fall. Es ist wohl eher die Unwissenheit, falsches Verständnis und fehlendes Interesse, was viele Fensterbauer dazu verleitet auch noch ein «Denkmalschutz-Fenster-System» in ihr Sortiment aufzunehmen. Meist nennen Sie es «Heimatschutz-Fenster». Hier ist Vorsicht geboten, denn schon die Terminologie ist so falsch wie das Versprechen. Heimatschutz ist ein Verein und nicht die Denkmalschutzbehörde.

Damit Sie schon bei den ersten Schritten in Richtung Fensterersatz die Spreu vom Weizen oder eben die «Denkmalschutzfenster» von «konventionellen Holzfenster» trennen und sich so viel potentiellen Ärger ersparen können, fassen wir kurz zusammen, was den Unterschied macht.

Eines vorne weg: Ihre zuständige Denkmalpflege händigt Ihnen gerne ihre Liste mit geprüften Fensterbauern aus! So sind Missverständnisse von vorneherein ausgeschlossen!

Zwei sehr markante Punkte sind die folgenden:

  1. Ein Fenstersystem welches den Anforderungen der Denkmalschutzbehörden entspricht ist immer und ausnahmslos ein Holzfenster. Wenn Sie im Netz Anbieter von Holz/Metall-Fenster, oder gar Kunststoff-Fenster für den Denkmalschutzbereich finden – lassen Sie diesen Anbieter links liegen.
  2. Der Preis! Ja ein Holzfenster das den hohen Denkmalschutzanforderungen genügt, schlägt sich im Preis nieder. Sehen Sie daher bitte davon ab die Preise von konventionellen Holzfenster mit den Preisen für ein Denkmalschutzfenster zu vergleichen – Sie werden nur enttäuscht!

Ab hier wird es nun etwas technischer, wir versuchen jedoch Ihnen die Fachbegriffe möglichst laienfreundlich näher zu bringen, damit Sie die Unterschiede verstehen:

  • V-Fugen dürfen nicht sein! Weder innen, noch aussen

Bedeutung: Bei Holzfenstern entsteht an der Eckverbindung (Brüstungsfuge) eine kleine, offene V-förmige Rille.

Wichtig: Diese Fuge in eine kritische Schwachstelle für Eindringen von Nässe.

  • Flügelwassernasen (oder Flügelwetterschenkel) und Rahmenwetterschenkel in Holz

Sichtbare Aluminiumteile haben an historischen Fenster nichts verloren.

Bei konventionellen Holzfenster wird auf die Flügelwassernase verzichtet. Aber ohne diese entspricht das Fenster nicht den Anforderungen der Denkmalpflege, da die Optik von aussen nicht stimmt.

  • Die Ansichtsprofile müssen extra schmal sein

Hier der Vergleich der Dimensionen:

Denkmalschutzfenster

Konventionelles Fenster

Flügelrahmen

maximal 65mm

ab 65mm

Mittelpartie (Stulp)

maximal 110mm

ab 110mm

Sprossen

maximal 22 mm

ab 22mm

Kämpferpartie

maximal 155mm

ab 155mm

Fragen Sie bei Ihrem Fensterprofi nach Schnittdetails um diese Masse zu prüfen

  • Die Mittelpartie, oder Stulppartie, muss mit einer innen liegenden Schlagleiste und einen Schlagleistengetriebe versehen sein, damit der Griff zentrisch auf die Schlagleiste ausgerichtet ist.
  • Sprossen nur im Zwischenglas (Sprosse zwischen den Scheiben) sind nicht zulässig

Die Denkmalpflege besteht generell auf sogenannte Landhausprossen oder Wienersprossen. In Ausnahmefällen werden auch Fenster bewilligt bei welchen die innere Sprosse weggelassen wird.

  • Neutraler Glasrandverbund

Bedeutung: Der Glasrandverbund oder Abstandhalter sorgt dafür, dass das dämmende Edelgas zwischen den Scheiben nicht entweichen kann. Gerne wird er auch «die warme Kante» genannt. Es gibt ihn von verschiedenen Anbietern und in unterschiedlichen Farben. Swisspacer ist hier ein grosser Name.

Nicht nur wegen dem schlechten Wärmedämmwert sollte auf Abstandhalter aus Aluminium verzichtet werden, die Denkmalpflege lehnt diese ab. Allerdings aufgrund ihrer auffallenden Farbe. Einen schwarzen Glasrandverbund bei weiss gestrichenen Fenster werden Sie bei der Denkmalpflege ebenfalls nicht durchbringen.

Auf dieser Skizze finden Sie die erwähnten Fenster-Bestandteile:

Wenn Sie jetzt Ihren Fensterprofi gefunden haben, kommen weitere, kleinere aber nicht weniger wichtige Themen auf Sie zu. Lesen Sie doch gerne auch unsere Artikel betreffend Fensterbänder, Oberflächenbehandlung oder Gläser.

So können Sie dem Fensterbauer Ihres Vertrauens auf Augenhöhe begegnen, und wissen auch im Gespräch mit der Denkmalpflege und Architekten von was die Rede ist, und worauf es ankommt.

Viel Spass bei der weiteren Lektüre unserer Fachartikel betreffend Holzfenster in Bereich Denkmalschutz.

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⑊

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